Ausgabe Juni 2008


Finatem veräußert die Steudle-Gruppe an das Management und institutionelle Investoren

Unter Führung von Finatem, Frankfurt, wurde die von Finanzinvestoren und dem Management gehaltene Steudle-Gruppe, Pforzheim ("Steudle") an das Management und institutionelle Investoren veräußert.

Steudle ist einer der führenden Hersteller von elektronischen Kontaktteilen. Das Produktspektrum umfasst Präzisionsstanz- und Biegeteile, Kunststoffmetallverbundteile sowie komplexe Baugruppen. Kunden sind namhafte in- und ausländische Hersteller von elektronischen Komponenten für die Automobil-, Maschinenbau- und Weiße Ware Industrie. Im Geschäftsjahr 2007 erwirtschaftete Steudle einen Gruppenjahresumsatz von € 32 Mio.

Die Gruppe wurde 2002 durch Finatem übernommen. In einem zweiten Schritt wurde eine Minderheitsbeteiligung an die österreichische Invest Equity, Wien, und an das Management syndiziert.

Zum Beteiligungszeitpunkt erwirtschaftete Steudle einen Jahresumsatz von € 28 Mio. Die Gesellschaft verfügte über eine hervorragende Kundenstruktur und agierte in einem attraktiven Marktsegment mit gutem Wachstumspotential. Optimierungsbedarf gab es in der Umsatzstruktur, die zu viele Produkte in einem fortgeschrittenen Lebenszyklus beinhaltete und bei einer Tochtergesellschaft, die Verluste schrieb. Hierin lagen die Risiken, aber auch erhebliches Potential, für die weitere Entwicklung der Gruppe.

Klaus Bax
Klaus Bax
Beiratsvorsitzender der
Steudle-Gruppe
Die technische Basis sowie das Kundenportfolio von Steudle war auch zum Zeitpunkt unseres Einstiegs hervorragend«, kommentiert Klaus Bax, Partner bei Finatem und Beiratsvorsitzender der Steudle-Gruppe, »es fehlte aber an Struktur und Organisation, um vorhandenes Know-how zeitnah in profitable Produkte umzusetzen. Die von den Altgesellschaftern erworbene Tochtergesellschaft im Kunststoffspritzen führte zu Beginn unseres Engagements ein weitgehendes Eigenleben, ohne sichtbare Integration in der Gruppe. Es herrschte mehr Konkurrenzdenken als das Bestreben nach Erreichen gemeinsamer Ziele.

Die Öffnung der osteuropäischen Märkte für global agierende OEM-Kunden ließ absehen, dass die Zeit für relativ einfache Stanz- und Biegeteile ablaufen würde. Die Weiterentwicklung zu einem Second Tier-/Entwicklungs-Lieferant war unausweichlich, um den Wert der Gruppe nachhaltig zu erhöhen und die Arbeitsplätze am Standort Pforzheim langfristig zu sichern.

Unter der Leitung des Geschäftsführers Karl Schiga sowie unter Begleitung von Klaus Bax wurde das Produktportfolio in den Jahren 2003 und 2004 konsequent auf neue Produkte mit hoher Wertschöpfung ausgerichtet. Hierbei wurde schwerpunktmäßig in das Produktsegment "Metall-Kunststoffverbundteile" investiert. Vor allem dort konnte sich Steudle durch die einmalige Kombination von Metall- und Kunststoff-Know-how vom Wettbewerb abheben und Alleinstellungsmerkmale aufbauen.

Karl Schiga
Karl Schiga
Geschäftsführer der
Steudle-Gruppe
Die Notwendigkeit, in neue Produkte zu investieren und gleichzeitig den Verpflichtungen gegenüber den finanzierenden Banken nachzukommen bei zunehmendem Margendruck auf "traditionelle" Produkte, glich anfänglich einem ständigen Spagat«, erinnert sich Karl Schiga. »Voraussetzung hierfür war zum einem eine stabil auf Wachstum und Expansion ausgerichtete Finanzierungsstruktur und zum anderen verlässliche Partner auf der Bankenseite. Hier waren Finatem und die Sparkasse Pforzheim die ideale Wahl.

In 2004 konnte das erste Referenzprojekt im Bereich der Kunststoff-Metall-Verbundteile mit einem namhaften deutschen Konzern erfolgreich umgesetzt werden. Das Projekt bedeutete den Durchbruch der Gesellschaft in diesem neuen Produktbereich.

Eric Jungblut
Eric Jungblut
Prokurist von Finatem
Die strategischen Weichen konnten trotz schwieriger Marktbedingungen in den europäischen Kernmärkten von Steudle gestellt werden«, kommentiert Eric Jungblut, der für das Engagement verantwortliche Partner bei Finatem. »Wir haben die Ressourcen des Unternehmens von Anfang an konsequent auf den Ausbau zukunftsträchtiger Produktsegmente ausgerichtet, ohne dabei die Ertragssituation und gewachsene Kundenbeziehungen bei den traditionellen Produkten aus den Augen zu verlieren. Ziel war es immer, ein ausgewogenes und vor allem profitables Produktportfolio zu generieren.

Die Umstellung der Produktion auf komplexe Metall-Kunsstoffverbundteile und Baugruppen erforderte parallel eine umfassende Neugestaltung des Gruppencontrollings. Hier wurde ein der neuen Ausrichtung von Steudle gerecht werdendes Controlling-Tool implementiert, das sowohl den Ansprüchen der Gesellschafter als auch den Bedürfnissen des Unternehmens genügen musste.

Eric Jungblut
Eric Jungblut
Prokurist von Finatem
Die Umstellung des Controlling während eines laufenden Investitionsprozesses einerseits und einer Neuausrichtung des Unternehmens auf Produkt- und Fertigungsebene anderseits bedeutet immer eine erhebliche Kraftanstrengung für das Management eines Unternehmens«, bemerkt Eric Jungblut. »Das Projekt war ein großer Erfolg, der nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Management, Finatem und unserem externen Berater möglich war. Das System hat sich so gut bewährt, dass es heute als Mustersystem für unsere Portfoliounternehmen dient.

Die Entwicklung des Neuauftragseingangs zeigte, dass die umgesetzte Strategie die Bedürfnisse des für Steudle relevanten Markts getroffen hatte. Im Jahr 2005 konnte Steudle den höchsten Neuauftragseingang in der Geschichte des Unternehmens verzeichnen. Vor allem das neue Produktsegment verzeichnete zweistellige Zuwachsraten.

Die positive Umsatzentwicklung und das Ziel, die Kostenbasis weiter zu optimieren, führten in 2007 zu der Entscheidung, die zwei räumlich voneinander getrennten Fertigungsstätten in Pforzheim und Leingarten zu einer neuen Produktionsstätte zusammenzulegen. Die erste Stufe dieses für das Unternehmen in seiner Größenordnung einmalige Investitionsvorhaben konnte Anfang 2008 bei laufendem Geschäftsbetrieb erfolgreich umgesetzt werden.

Karl Schiga
Karl Schiga
Geschäftsführer der
Steudle-Gruppe
Die Entscheidung, einer umfassenden Investition in eine vollständig neue Produktionsstätte zuzustimmen, zeugt von der hohen unternehmerischen Ausrichtung unserer Gesellschafter«, betont Karl Schiga. »Die Steudle-Gruppe verfügt seit Anfang 2008 über eine der modernsten Fertigungsstätten in der Branche und damit auch über die notwendigen Kapazitäten für das anstehende weitere Wachstum. Durch die Konzentration an einem Standort ist die Kostenbasis nachhaltig verbessert worden. Zusätzlich war dies ein starkes, positives Signal an unsere Mitarbeiter und Kunden, für unser langfristiges Engagement am Standort Pforzheim.

Die erfolgreiche Entwicklung der Steudle-Gruppe führte zu starkem Interesse von institutionellen und strategischen Investoren am Erwerb von Steudle. Mit der vollständigen Übernahme der Gruppe durch das Management und institutionelle Investoren ist die langfristige Sicherung der Selbstständigkeit des Unternehmens am Standort Pforzheim gelungen.

Christophe Hemmerle
Geschäftsführer Finatem
Wir sind mit dem Ausgang der Transaktion sehr zufrieden«, kommentiert Christophe Hemmerle, Geschäftsführer von Finatem. »Für die Gruppe und ihre Beschäftigten sind hiermit die Weichen für eine erfolgreiche langfristige Entwicklung am Standort Pforzheim gestellt worden. Für die Investoren unseres ersten Finatem Fonds ist sie der eindrucksvolle Beweis der Richtigkeit unserer Investmentphilosophie. Dies um so mehr, als mit dieser Transaktion nun auch der gesamte erste Finatem Fond erfolgreich realisiert wurde.




Finatem – Die Gesellschaft und die Aktivitäten

Finatem wurde im Jahr 2000 gegründet und gehört zu den aktivsten unabhängigen Beteiligungsgesellschaften im mittelständischen Buy-Out Markt. Das Team besteht aus sechs Investment Professionals in Frankfurt. Diese werden von fünf Industrie Experten unterstützt, die über einen breiten Erfahrungsschatz beim Führen, Kaufen und Verkaufen von Unternehmen verfügen.

Finatem konzentriert sich auf traditionelle Branchen und Unternehmen, die ihren Tätigkeitsschwerpunkt im deutschsprachigen Raum haben. Es werden solche Unternehmen im Rahmen von Leverage Buy-Out Transaktionen mehrheitlich erworben, bei denen die Erfahrung der Partner erfolgreich eingebracht werden kann. Die angestrebten Transaktionsgrößen bewegen sich in einem Umsatz- und Unternehmenswertspektrum von 25 Mio. bis 125 Mio. EUR.




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Finatem Fonds II Management GmbH & Co. KG
Freiherr-vom-Stein-Straße 7, 60323 Frankfurt am Main
Registergericht: Amtsgericht Frankfurt am Main, HRA 31142

Pers. haftende Gesellschafterin: Finatem Fonds II Management Verwaltungs GmbH
Freiherr-vom-Stein-Straße 7, 60323 Frankfurt am Main
Geschäftsführer: Christophe Hemmerle, Dr. Robert Hennigs
Registergericht: Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 57281